PKP an Politik - Unser brief

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Das neue Psychologengesetz 2013 sorgt – wie vielleicht bereits bekannt – in der Praxis für Schwierigkeiten bei den Absolventinnen und Absolventen der Studienrichtung Psychologie. 

Nach zahlreichen Informationsgesprächen und Informationsabenden bei den österreichischen Ausbildungsstätten bzw. Ausbildungseinrichtungen, sowie Telefonaten mit potentiellen praktischen Ausbildungsstellen (Kliniken in Niederösterreich, Wien und Burgenland) und KAV Wien bzw. Niederösterreich, ist die Ausbildungssituation klar:

Ausbildungsplätze gibt es viel weniger als früher: Nach dem Dokument zum „Erwerb praktischer fachlicher Kompetenz im Rahmen der Ausbildung zur Klinischen Psychologin/zum Klinischen Psychologen bzw. zur Gesundheitspsychologin/zum Gesundheitspsychologen nach dem Psychologengesetz BGBl. Nr. 360/1990 im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Medizinischer Universitätscampus“, dass vom AKH Wien, KAV und der Stadt Wien am 08.09.2014 veröffentlicht wurde, gibt es nach dem alten Psychologengesetz (1990) 20 Ausbildungsplätze für die Klinische Psychologin bzw. den Klinischen Psychologen alleine im AKH –  knapp über 50 im gesamten KAV. Nach Auskünften des KAV gibt es derzeit nur 3 - 4 potentielle praktische Stellen für nach dem neuen Gesetz auszubildenden die Klinische Psychologin bzw. den Klinischen Psychologen im gesamten KAV.

 

Diese Sachlage wird mit dem höheren finanziellen Aufwand und Kosten begründet: Das neue Gesetz verpflichtet Arbeitgeber dazu, ein Dienstverhältnis mit der/den Auszubildenden abzuschließen und die Auszubildenden nicht wie bisher mit einem Taschengeldmodell zu „entlohnen“ (durchschnittlich 400,-Euro brutto pro Monat). Der BÖP nimmt in Bezug auf die zukünftige Bezahlung der auszubildenden Klinischen Psychologen nach PG 2013 im „Positionspapier“ Stellung und strebt an, die Gehälter an das Turnusarztmodell anzupassen. Diese Vorstellung nach dem BAGS 4 bzw. 5 entlohnt zu werden (1.643,- Euro bzw. 1.722,- Euro), lässt sich besonders in der Übergangszeit realistisch nicht immer 1:1 umsetzen. Des Weiteren kommt hinzu, dass im Gesetz keine Entlohnungsregelung getroffen wurde. Wir fordern, dass bis 1.1.2019 im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses (ASVG) für beide Seiten, sowohl für die Arbeitgeber, als auch für die Arbeitnehmer, eine gültige Entlohnungsvereinbarung festgelegt wird, um somit Ausbildungsstellen zu sichern.

Eine weitere Schwierigkeit für die auszubildenden Klinischen Psychologen nach dem PG 2013, ist die Übergangszeit bis 2019. Psychologinnen und Psychologen, die nach dem alten Psychologengesetz 1990 ausgebildet werden dürfen, haben bis 2019 Zeit ihrer praktischen Ausbildung zu absolvieren. 

Bezugnehmend auf die Erläuterung zum Psychologengesetz 2013 vom Bundesministerium für Gesundheit wird unter dem Punkt „Soziale Auswirkungen“ auf Seite 8 erklärt, dass die Umstellung des Psychologengesetzes 2013  keine wesentlichen Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen haben wird. Dies ist faktisch jedoch nicht der Fall

Die jungen Psychologinnen und Psychologen stehen als ungewollte „Pioniere“ einem neuen Gesetz gegenüber, dass es einem in Österreich (speziell Wien und Niederösterreich) beinahe unmöglich macht, die Fachausbildung absolvieren zu können – für die Übergangszeit besteht eine Regelungslücke! Daher sind dringend Kompromisse bzw. Möglichkeiten zu finden, die es den jungen Psychologinnen und Psychologen ermöglichen, während dieser Übergangszeit eine praktische Ausbildung zur Klinischen Psychologin bzw. zum Klinischen Psychologen finden zu können:

Wir fordern finanzielle und wirtschaftliche Fördermöglichkeit während der klinisch-psychologischen Ausbildung. 

Kann in der Übergangszeit eine Einschleifregelung bezüglich der Entlohnung für die auszubildenden Klinischen Psychologinnen und Psychologen gefunden werden? 

Können Kompromisse bei den Ausbildungsstellen während der Übergangszeit gefunden werden, sodass auch Klinische Psychologinnen bzw. Psychologen weiterhin ausbilden dürfen, die im weitesten Sinn in einem multiprofessionellen Team arbeiten? 

Wir wollen den praktischen Ausbildungsstellen mit unseren Vorschlägen entgegen kommen, damit diese mehr Ausbildungsplätze anbieten können und somit mehr Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit haben den Titel Klinische Psychologin bzw. Klinischer Psychologe zu erlangen. 

Wir hoffen unsere problematische Situation auch persönlich mit Ihnen besprechen zu können und freuen uns über jede Art von Hilfestellung bzw. Einladung. 

Hochachtungsvoll                                

 

 

„Pioniere der Klinischen Psychologie“