PIONIERE DER KLINISCHEN PSYCHOLOGIE

Positionspapier -

PKP - Neue, unabhängige PsychologInnen-Vertretung für Österreich

Der PKP ist eine Vernetzungsplattform für Österreichs PsychologInnen, unterstützt KollegInnen bei den Ausbildungs-Konsequenzen des PG13 und engagiert sich berufspolitisch.

 

 

Das Psychologengesetz 2013

Der PKP begrüßt das Vorhaben der Gesetzesänderung, den Berufsstand Klinischer und GesundheitspsychologInnen zu stärken und die Ausbildung qualitativ aufzuwerten. Praktisch gesehen wurde diese jedoch verkompliziert und die Situation vieler KollegInnen verschlechtert.

Klinische und Gesundheitspsychologie könnten zum Elitenprojekt werden, das sich nur noch manche zeitlich und finanziell leisten können. Eine psychologische Unterversorgung wird befürchten.

 

 

Die Kritik an der neuen Ausbildungsordnung

Die Ausbildung ist nun bis zu annähernd sechs Mal so teuer und wesentlich länger als vor der Gesetzänderung. Die verlangte Abdeckung aller Altersbereiche in Bezug auf KlientInnengruppen - auch wenn ein gewisser KlientInnenkreis gar nicht angestrebt wird - führt oft zu mehrmaligem Stellenwechsel, dies erzeugt Leerzeiten und Einkommensausfälle, die zu Verzögerungen führen.

Die unkonkrete Regelung des Ausbildungs-Gehalts erzeugt eine große Spannbreite von immer noch 300 Euro (!) bis 1.800 Euro netto für Vollzeit (letzteres entspricht dem Richtlinienvorschlag des BMG). AkademikerInnen in verantwortungsvoller Position müssen bis zu zwei Jahre lang für oft wenig Geld arbeiten. Für viele bedeutet die Ausbildung eine finanzielle Mehrbelastung, häufig unter Einbeziehung der Familien.

Teils monatelange existenzbedrohende Gehaltsbedingungen zwingen Auszubildende in Konstellationen über Arbeitstrainings des AMS, die nun nicht mehr gewährt werden sollen. PsychologInnen dürfen in Österreich auf solche Schlupflöcher gar nicht angewiesen sein!

Aus Mangel an Angeboten ist es derzeit nicht möglich, die Theorie-Module zur gesundheitpsychologischen Ausbildung zu absolvieren

Die neue gesetzliche Lage hat durch strengere Qualitätskriterien de facto zu einer Reduktion der praktischen Ausbildungsstellen geführt. Voraussetzungen können häufig nicht erfüllt und Kosten wollen nicht getragen werden. Stellen werden einfach nicht nachbesetzt.

Die Datenbank der Ausbildungsstellen wird seitens des Gesundheitsministeriums nicht mehr aktualisiert.

Immer wieder sehen sich Auszubildende mit neuen Richtlinien bezüglich bestimmter Ausbildungsbedingungen konfrontiert, deren Inhalte zuvor kaum kommuniziert wurden. Auszubildende können sich zu Beginn ihrer Ausbildung nicht darauf verlassen, bereits alle gültigen Informationen zu haben. Eine Befragung betroffener AusbildungskandidatInnen bezüglich Zumutbarkeit teils kurzfristiger Änderungen bleibt aus.

 

 

Der PKP fordert folgende Veränderungen

  • Als Vertretungsorgan der AusbildungspsychologInnen zum PG 13 befragt zu werden
  • Eine Aktualisierung des Verzeichnisses praktischer Ausbildungsstellen
  • Das Angebot aller Module aus klinisch- und gesundheitspsychologischer Ausbildung
  • Ausreichend Ausbildungsplätze durch die Verpflichtung von Einrichtungen, Stellen anzubieten
  • Ein festgeschriebenes Gehalt, das sich an jeweils gültigen KVs (Bsp. BAGS/SWÖ) orientiert
  • Bessere Information über, Gewährleistung zumutbarer Ausbildungsordnungs-Änderungen
  • Keine weitere Verschärfung der verlangten Abdeckung aller Altersbereiche

 

 

 

Rückfragehinweis:

Mag.a Elena Jäger, BA

presse.pkp@gmail.com

+ 43 664 946 30 99

 

 

Stand: März 2017